EU-Kommissarin fordert mehr Cloud Computing in Europa

in Home von rjoerges am 15. Juli 2009

Viviane Reding, für IT, TK und Medien zuständige EU Kommissarin, hat vor kurzem in Brüssel eine bemerkenswerte Rede gehalten. Ihr Titel: “Digital Europe – Europe’s Fast Track to Economic Recovery“. Besonders aus Sicht der IT- und TK-Branche sind die darin aufgestellten Forderungen und Maßnahmen Balsam auf der Seele.

Im Kern geht es darum, die wirtschafliche Erholung nach der Bankenkrise durch diverse Investitionen in, und Maßnahmen rund um die IT und TK in Gang zu setzen. Frau Reding setzt dabei auf diverse Maßnahmen, die kurzfristig noch in diesem Jahr von der EU realisiert werden können und eine mittelfristige Prioritätenliste rund um die digitale Wirtschaft in Europa.

Dabei geht es unter anderem um den Ausbau des europäischen digitalen Breitbandnetzes, die 3G- und LTE-Infrastruktur, damit die Mobile-Telekommunikationswirtschaft angekurbelt werden kann, und um die Vereinheitlichung und Vereinfachung der europäischen Urheberrechtsgesetze. Letzteres ist notwendig um die europäischen Online-Dienste zu stärken, damit sie der amerikanischen Konkurrenz Paroli bieten können.

Eines von vielen bemerkenswerten Zitaten aus Frau Redings Rede lautet:

Web-based services called ‘cloud computing’ are the medicine needed for our credit-squeezed economy.

So beklagt sie, dass gerade die kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) in Sachen ITK hinterherhinken. Cloud-Computing könnte ihnen helfen, weil dadurch fixe IT-Kosten zu variablen Kosten würden und sich so auch weniger finanzstarke Unternehmen IT-Ressourcen leisten könnten. Und weiter:

However, today these new services are nearly all US-owned and US-based. Once again, the US has started to exploit a business model before Europe has managed to do so. We cannot let this continue. In my view, we need a major effort to set up Europe-hosted “clouds” to give European SMEs access to fast, open and productivity enhancing services. A recent study estimated that online business services could add 0.2% to annual GDP growth, create a million new jobs and allow hundreds of thousand of new SMEs to take off in Europe over the next five years. So what are we waiting for?

Btw: SMEs steht für “Small and medium enterprises”, zu Deutsch KMUs oder kleine und mittlere Unternehmen.

Keine Kommentare

BVMM: Der Mittelstand steckt immer noch in der Kreditklemme

in Home von rjoerges am 14. Juli 2009

Insgesamt 1.503 Unternehmen haben sich an einer Umfrage des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BWMM) zur Bundestagswahl 2009 beteiligt. Die Ergebnisse geben auf der einen Seite Anlass zur Hoffnung, auf der anderen Seite zur Sorge.

So bezeichnen knapp 73 Prozent der Umfrageteilnehmer ihre gegenwärtige wirtschaftliche Lage als befriedigend (39 Prozent), gut (27,8) beziehungsweise sogar sehr gut (5,8). Die Zukunft wird fast schon rosig gesehen. Ganze 83 Prozent der Befragten schätzen ihre wirtschaftliche Lage in zwölf Monaten als befriedigend oder besser ein. Allerdings dürfen diese Zahlen nicht darüber hinweg täuschen, dass 47 Prozent ihre Liquiditätssituation im Vergleich zum Vorjahr als schlechter einschätzen.

Sorgen bereitet den Befragten die Situation auf dem Kreditmarkt. Auf die Frage, ob sich die Kreditkonditionen der Hausbanken in den letzten vier Monaten verändert haben, antworteten immerhin 38,4 Prozent, sie hätten sich verschlechtert, 53,1 Prozent sie seien unverändert und lediglich 8,5 Prozent gaben an, sie hätte sich verbessert.

Dazu passt, dass in den Augen der Befragten die Konjunkturpakete der Bundesregierung bislang ins Leere gelaufen sind. Denn obwohl diese gerade dem Mittelstand helfen sollten, gaben 93,1 Prozent der Befragten an, ihr Unternehmen hätte bislang nicht davon profitiert. Ausserdem rechnen lediglich 20,1 Prozent damit, dass ihr Unternehmen in Zukunft von den Konjunkturmaßnahmen Vorteile haben wird.

Weitere Informationen gibt es bei Heise, die Studie selbst gibt es hier zum Download (PDF).

Keine Kommentare

Warum discuss & discover nicht als Mittelstands-Event positioniert wird

in Allgemeines, Home, Messe & Marketing, discuss & discover - das Event von Markus Gladbach am 16. April 2009

Wir werden immer wieder darauf angesprochen, warum wir von der Mittelstandspositionierung, die wir bei der SYSTEMS hatten, abgerückt sind. Das hatte mehrere Gründe:

  1. Obwohl wir die SYSTEMS konsequent als Mittelstand-Messe positioniert hatten, setzten sich unsere Besucher jedes Jahr aus 30% Großunternehmen und 70% Mittelstand und KMUs zusammen. Das ist die typische Unternehmensstrukturverteilung, die wir hier in Deutschland haben. D.h., die Besucher hat die Positionierung letztlich nicht interessiert. 
  2.  

  3. Die alleinige Ausrichtung auf den Mittelstand hatte zur Folge, dass man sich mehr auf erprobte Strategien, Lösungen und Produkte konzentrierte. Als Ergebnis mussten wir zum Schluss erkennen, dass wir keine Innovationen mehr vorweisen konnten. Dies kostete uns zum einen viele Besucher, zum anderen wandten sich wichtige Medien von uns ab, da wir ihnen nicht mehr die richtigen Themen bieten konnten, was den Besucherschwund wiederum weiter verstärkte. Dieser Schwund war mit zum Schluss jährlich fast 10.000 dramatisch. 

Das alles hat uns letztlich bewogen, von der Mittelstandspositionierung abzurücken und die discuss & discover als Event für die gesamte IT-Industrie zu bezeichnen, also für Mittelstand, KMUs und Großunternehmen. Dies gibt uns einen größeren Spielraum und – für Aussteller und Besucher letztlich entscheidend – verstärkt die mediale Aufmerksamkeit. Denn ein Event oder eine Messe, die von den Medien weitgehend ignoriert wird, hat mittelfristig keine Möglichkeit, zu überleben. 

Dennoch werden wir den Mittelstand ansprechen: über die Themenwelten und die Inhalte des Kongresses und des Public Forums. Wir glauben, dass wir auf diese Weise dem Anspruch dieser Zielgruppe besser gerecht werden. Denn es ist allemal besser, Mittelstand drin zu haben, als „nur“ Mittelstand drauf zu schreiben. 

Kurzum, jeder, ob klein oder groß, ist bei uns herzlich willkommen. Unser modulares System bietet jedem Unternehmen die Möglichkeit, sich an der discuss & discover zu beteiligen, denn es passt sich flexibel an die jeweiligen Marketing- und Unternehmensstrategien und –budgets der Teilnehmer an. Wir wollen nicht fragen: „Wie viel Fläche benötigen Sie?“ Unsere Frage lautet: „Was können wir für Sie tun, damit Sie erfolgreich sind?“ Und diese Frage möchten wir so oft wie möglich stellen.

2 Kommentare