Bronze, Silber, Gold: Medaillen für Green-IT-Produkte

in Home von rjoerges am 19. August 2009

Gerade kämpfen noch Athleten aus aller Welt um Bronze-, Silber- und Goldmedaillen bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Berlin. Ganz ähnlich schaut es auch bei der IT aus. Allerdings wird hier weniger das Höher, Weiter und Schneller honoriert, als viel mehr die Umweltverträglichkeit. Die Rede ist hier vom Electronic Product Environmental Assessment Tool oder kurz EPEAT der GEC.

Das amerikanische Projekt gibt sich neuerdings international und richtet sein Augenmerk auf mittlerweile 40 Länder, darunter auch die Bundesrepublik Deutschland. Eingestuft werden dort IT-Produkte – ähnlich wie im Sport – in die Klassen Bronze, Silbe und Gold. Bronze gibt es, wenn ein Produkt 23 festgelegte Umwelt-Kriterien erfüllt. Dabei geht es um den Produktionsprozess genau so, wie um den Energieverbrauch oder das Receycling. Silber und Gold gibt es, wenn zusätzlich 50 Prozent, beziehungsweise sogar 75 Prozent der so genannten optionalen Kriterien erfüllt werden.

Das EPEAT ist nicht nur für potentielle Kunden eine gute Informationsquelle. Auch für Hersteller gibt es logischerweise Vorteile, denn Umweltsiegel wirken verkaufsfördernd. Zur Zeit umfasst die Datenbank rund 1.300 IT-Produkte. 277 davon sind in Deutschland erhältlich. Allerdings mangelt es noch an Einträgen deutscher Hersteller. Die aufgeführten Geräte namhafter Marken wie Apple, HP, oder Lenovo stammen überwiegend aus den USA und Fernost.

(via Computerwoche)

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Green IT Allianz gegründet

in Home von rjoerges am 27. Juli 2009

Nachdem auf dem 3. Nationalen IT-Gipfel im November 2008 der Aktionsplan Green IT verabschiedet wurde, liegt jetzt das erste konkrete Ergebnis vor: Letzte Woche wurde die Green IT Allianz von der ITK-Industrie mit Unterstützung des BMU gegründet. Ihre wichtigsten Ziele sind: “Die politische und wirtschaftliche Agenda für Green IT weiterentwickeln, die Vorreiterrolle der ITK-Branche bei Green Technologies ausbauen, die Export-Chancen deutscher Technologieanbieter zu verbessern, (sowie) die Zusammenarbeit zwischen Anbietern, Anwendern, Politik und Wissenschaft zu verstärken“.

Dazu Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer, Präsident des Branchenverbandes BITKOM:

…nach einer aktuellen Fraunhofer-Studie verbrauchen Produktion und Nutzung von ITK rund 10 Prozent des Stroms in Deutschland, die Tendenz ist steigend. Der ITK-Stromverbrauch soll sich in den Jahren von 2007 bis 2020 um 20 Prozent von 55 auf 66 Terawattstunden (TWh) erhöhen. Weltweit sollen im Jahr 2020 rund 1,4 Milliarden Tonnen Kohlendioxid durch ITK-Nutzung entstehen.

Angesichts solcher Zahlen soll gerade die ITK der Schlüssel für einen modernen Klima- und Umweltschutz in Deutschland werden. Denn, so Scheer weiter:

Der gezielte Einsatz intelligenter ITK kostet zwar Energie, hilft aber gleichzeitig, ein Mehrfaches an Ressourcen und damit auch Kosten in vielen anderen Branchen zu sparen. „Stromnetze können mit IT gleichmäßiger ausgelastet werden, Produktionsprozesse können effizienter organisiert. Prototypen können am Rechner gebaut und erprobt werden, Telekommunikationsleistungen substituieren Verkehrsleistungen, Pendler werden zu Telearbeitern, Videokonferenzen ersetzen Flüge.

Dazu Wirtschaftsstaatssekretär Hartmut Schauerte:

Die Green IT Allianz stellt zur richtigen Zeit das richtige Thema in den Mittelpunkt. Informations- und Kommunikationstechnologien (ITK) können zur Lösung wichtiger gesellschaftlicher und vor allem wirtschaftlicher Probleme Entscheidendes beitragen. Die Green IT Allianz der Wirtschaft kann insbesondere auch mittelständischen Unternehmen helfen, einen Teil des Wachstumsmarktes für grüne Technologien mit ITK zu erobern. Deutsche Unternehmen und Forschungseinrichtungen haben hier viel zu bieten.

Der Meinung sind wir auch! Deshalb spielt der Bereich Green-IT im Rahmen der Themenwelt Infrastructure & Security auch auf der discuss & discover eine tragende Rolle.

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Meine CeBIT – Was wir aus und von Hannover lernen können / Teil 3: Green IT – ein alternativer Landfrauentag für Computer-Freaks?

in Allgemeines, Home, Messe & Marketing, discuss & discover - das Event von Michael Kausch am 11. März 2009

greenit

(Foto: CeBIT)

Aus dem Green IT Village der CeBIT 2008 wurde in diesem Jahr die Green IT World in Halle 8. Drunter macht man’s nicht in der niedersächsischen Metropolregion. Laut Ankündigung der CeBIT sollte es in der grünen Welt um Dinge gehen, wie Cloud Computing, mit dem man die Rechenleistungsbevorratung optimieren kann, um solarklimatisierte Rechenzentren, um eine Art Zylinderabschaltung für Mobilfunkmasten, um sparsame OLED-Bildschirme und und und. An der Aufzählung sieht man schnell, dass eine geeignete Begriffsdefintion vorausgesetzt, so ziemlich jede Innovation sich heute als grün darstellen lässt, denn es gibt immer noch etwas, was mehr Energie unsinniger verbraucht.

Wie aber schrieb die Deutsche Bank Research kurz vor der CeBIT so schön: “IT ist nicht grün und wird es niemals sein.”

Zitieren wir die Studie nach heise online: “Die ITK-Branche sei nicht nur für 2 Prozent der CO2-Emissionen weltweit verantwortlich (was den Emissionen in der Luftfahrt entspreche) sondern auch für eine enorme Zunahme des Stromverbrauchs. … In Rechenzentren würden die Ausgaben für Energie achtmal schneller als die Ausgaben für Hardware steigen, heißt es weiter. Bereits heute machten sie damit den Löwenanteil des IT-Budgets aus. Über den Energieverbrauch hinaus müssten zudem Posten wie der anfallende Elektroschrott oder die Verträglichkeit der bei der Produktion eingesetzten Materialien berücksichtigt werden. So kämen bei der Herstellung von IT-Hardware etwa toxische Substanzen wie Blei, Quecksilber, Kadmium oder Brom zum Einsatz, was eine spätere Wiederverwertung erschwere und zu weiteren Umweltbelastungen führe. Statt sich also von einem Green-IT-”Hype” blenden zu lassen, müsse das Thema gesamtwirtschaftlich betrachtet werden: “Green IT sollte nicht allein als Energiesparen bei der IT, sondern mehr noch als Energiesparen mit der IT verstanden werden.”

Da legen die Peanuts-Forscher der Deutschen Bank ihren Goldfinger aber genau auf die Wunden der Green IT World: nirgends war hier nämlich von gesamtgesellschaftlichen Energiebilanzen zu lesen. Die ganze Ausstellung vereinfachte das Thema auf das Sparpotential neuer und im Vergleich zu ihren ältlichen Vorgängermodellen ressourcenschonender Geräte und zeigte einige regionale Energiesparprogramme auf. Die ganze Ausstellung war großzügig in die Fläche geplant und mit gelehrigen Schrifttafeln und Wandzeitungen zumöbliert. Auf der ganzen Ausstellung gab es kaum Interaktion und Kommunikation, schon gar keine Emotion. Die Schaubilder trafen ziemlich genau das emotionale Niveau von Tapeziertischständen regionaler Landfrauentagungen und Leistungsschauen niedersächsischer Landkreis-Ökonomien.

Green IT ist vermutlich gar kein Ausstellungsthema, sondern ein Kommunikationsthema. Man kann über die ökologische Relevanz moderner IT trefflich auf Symposien streiten und die Vorteile IT-gestützter dezentraler Arbeitsformen und flexibler Geschäftsprozesse in Meetingräumen und Lounges an Best Practice-Beispielen erläutern. Aber man kann als Messe-Veranstalter mit diesem Thema keine “Fläche” machen; jedenfalls keine, die anziehend und nützlich für die Besucher ist. Und so bildeten die 2.000 Quadratmeter der Green IT World am ehesten noch eine Erholungsfläche mit viel Luft und Raum für müde Messebesucher.

Ganz anders das hervorragende Vortragsprogramm der CeBIT zum selben Thema: unterstützt von BITKOM, Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt gab es jeden Tag eine ganze Reihe hervorragender Vorträge zum Thema. Alle Vorträge waren kostenlos direkt im Ausstellungsbereich zu besuchen.

Was folgern wir daraus? Die Messegesellschaften müssen einerseits ihren Fokus auf den Vertrieb von Hallenfläche einschränken und andererseits Businessmodelle entwickeln, mit denen man auch mit öffentlichen Vorträgen als Veranstalter Geld verdienen kann. Dies wird auch die Herausforderung für die discuss & discover im kommenden Oktober in München sein: die Integration hochwertiger Vorträge in den Ausstellungsbereich; ergänzt um angenehme Facilities zur Diskussion mit Experten. Dabei muss, was gut und wertvoll ist, nicht unbedingt kostenfrei sein. Aber langweilige Ansammlungen von Wandzeitungen sollten uns erspart bleiben.

Die CeBIT 2009 ist vorbei. An dieser Stelle stelle ich in fünf Posts einige sehr persönliche Schlussfolgerungen aus der diesjährigen CeBIT zur Diskussion: was können wir aus und von Hannover lernen? WIR, die wir IT-Veranstaltungen organisieren, uns an solchen beteiligen oder sie einfach nur besuchen.

Um folgende Themen geht es diese Woche in meinen fünf Posts zur CeBIT 2009:

Montag: Mut zur Reform statt zur Lücke

Dienstag: Die WebCiety – Hype oder Zukunft der IT-Messen?

Mittwoch: Green IT – ein alternativer Landfrauentag für Computer-Freaks?

Donnerstag: IT Security – Sicherheit nur noch für Spezialisten?

Freitag: Versuch einer Bilanz

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