Desktop-Virtualisierung als ganzheitliche Herausforderung
von Edwin Sternitzky (Director Marketing Central Europe, Citrix Systems GmbH)
Virtuelle Desktop-Infrastrukturen versprechen niedrigere Administrationskosten, höhere Flexibilität und mehr Sicherheit. Unternehmen erreichen diese Ziele allerdings nur, wenn sie sich zuvor mit den jeweiligen Anwendungsszenarien befassen und Technologien einsetzen, die den Anforderungen der Benutzer entsprechen.
Die Administration der Benutzerumgebungen verursacht in vielen Unternehmen weiterhin sehr hohen Aufwand. Während die reinen Anschaffungskosten für Desktop-PCs in den letzten Jahren gesunken sind, verbringen viele IT-Abteilungen immer mehr Zeit mit Softwareinstallationen, Updates und Benutzer-Support. Dazu kommt das heikle Thema Datensicherung: Wenn Anwender ihre Dokumente lokal abspeichern, können diese bei einem Hardware-Defekt unwiederbringlich verloren gehen.
Zentrale Administration und Kontrolle über die Sicherheit
Bei der Desktop-Virtualisierung wird das Client-Betriebssystem vom Endgerät auf einen zentralen Server verlagert. Der Anwender arbeitet mit der gewohnten Benutzeroberfläche, während im Hintergrund seine Tastatureingaben und Mausklicks an den Server übertragen werden. Dieser verarbeitet die Eingaben und schickt entsprechende Bildschirm-Updates über das Netzwerk zurück.
Die Abkopplung des Benutzer-Desktops vom Endgerät reduziert den Wartungsaufwand und eröffnet damit hohes Einsparpotenzial: Die Administratoren können alle notwendigen Installationen und Konfigurationen auf den zentralen Servern vornehmen und müssen nicht jeden einzelnen Benutzer-Desktop einrichten. Virtuelle Desktops bieten aber auch den Anwendern Vorteile – vor allem in punkto Flexibilität: Die Benutzer erhalten an jedem beliebigen Rechner im Unternehmen Zugang zu ihrer persönlichen Arbeitsumgebung.
Aus Sicht des Unternehmens spricht neben den Einsparmöglichkeiten vor allem das Thema Sicherheit für die Desktop-Virtualisierung: Sensible Daten liegen nicht auf möglicherweise ungeschützten Endgeräten, sondern auf gut gesicherten Servern, wo sie auch in die üblichen Backup-Routinen eingebunden sind. Zugriffsrechte werden zentral verwaltet und an die jeweilige Benutzerrolle angepasst.
Für jeden Anwender den richtigen Desktop finden
Bei der Auswahl des geeigneten technologischen Verfahrens gilt: Für Büroarbeitsplätze mit vielen Routineaufgaben, beispielsweise in Call Centern, sind Standard-Desktops auf Basis von Terminal Server-Technologie meist ausreichend. Virtuelle Maschinen, die sich vom Benutzer personalisieren lassen, eignen sich für Anwender mit komplexeren Anforderungen, zum Beispiel in der Buchhaltung. Desktops, die auf einem eigenen Rechner im Rechenzentrum laufen, sogenannte Blade PCs, richten sich schließlich vor allem an die Power-User in Unternehmen, wie Software-Entwickler oder Konstrukteure.
Performance muss stimmen
Ein Schlüsselfaktor für die Akzeptanz von virtualisierten Benutzerumgebungen ist die User Experience: Wenn Anwender Einschränkungen bei der Performance oder der Bedienbarkeit in Kauf nehmen müssen, kann sich das Konzept nicht im Unternehmen durchsetzen. Zukünftige Lösungen werden die Vorteile der Virtualisierung auch für mobile Anwender bereitstellen.
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