Meine CeBIT – Was wir aus und von Hannover lernen können / Teil 5: Versuch einer Bilanz

in Home, Messe & Marketing, discuss & discover - das Event von Michael Kausch am 13. März 2009

cebitallgemein

(Bild: CeBIT)

Ein Blick auf die CeBIT 2009 zeigt für mich zwei Dinge: die CeBIT ist für unsere Branche unverzichtbar. Nirgendwo anders lassen sich an einem Ort und zu einer Zeit so viele interessante Menschen und Unternehmen aus der globalen IT-Branche treffen wie im März in Hannover. Aber: die CeBIT wird wohl auch in den kommenden Jahren kleiner werden. Sie wird immer weniger ein Schaufenster der gesamten Branche sein können. Das liegt schon daran, dass IT als Querschnittbranche heute so viele Themen und gesellschaftliche Bereiche abdeckt, dass der Versuch eine Gesamtübersicht zu bieten aus logistischen Gründen scheitern muss. Deshalb muss sich die CeBIT stärker fokussieren: auf die wichtigsten Trends und Themen unserer Branche und auf die zentralen Player unserer Zunft.

Das vornehmste Ziel einer Großmesse kann es nicht sein, künftig möglichst nur noch einstellig zu schrumpfen. Deshalb war der Schritt der Münchner SYSTEMS sich selbst abzuschaffen und dafür in einem harten Schnitt etwas völlig Neues zu inszenieren – die discuss & discover – richtig. Gefordert ist heute

1. eine Fokussierung auf die zentralen Themen und Trends, damit die Branche ihren Stellenwert in der Gesellschaft dem interessierten Publikum korrekt vermitteln kann; deshalb müssen die etablierten Grundrisse der Messen aufgebrochen werden zu Gunsten einer themenorientierten Struktur. Wir brauchen zum Beispiel keine Forschungshalle, sondern eine Forschung, die nah an den wirtschaftlichen Lösungen ist;

2. eine Fokussierung auf die Präsenz der wichtigsten Player unserer Branche, damit vor allem auch die Entscheider in mittelständischen Unternehmen die Chance haben, an einem Ort und zu einem Zeitpunkt einen schnellen Überblick über das aktuelle Angebot und die künftigen Herausforderungen zu erhalten. Spezial- und Ein-Themen-Messen können dies nicht leisten und werden deshalb den Mittelstand als Publikum verlieren;

3. eine Fokussierung auf Kommunikation und Diskussion; denn die großen Themen unserer Zeit, wie zum Beispiel Green IT, sind zuförderst keine klassischen Ausstellungsthemen; deshalb brauchen wir hochwertige Begegnungsstätten, emotionale Lounges und flexible Meetingräume;

4. neue preiswerte Beteiligungsmöglichkeiten, die auf Showeffekte verzichten und die Konzentration auf den Diskurs mit dem Entscheider erlaubt – damit auch Unternehmen, die sich eigene RoadShows und Events leisten können, sich zusätzlich an diesen zentralen Branchen-Events beteiligen können;

5. eine Einbindung in Pre- und Post-Event-Strategien, also in interaktive Online-Angebote: das Web 2.0 ist nicht mehr nur die Spielwiese der Blogger und Twitterer, sondern beginnt auch in unserem Unternehmen Realität zu werden. Wir müssen diesen Trend befördern und mitgestalten.

 

Ich bin davon überzeugt, dass eine übersichtliche und spannende discuss & discover mehr für unsere Branche und die Kunden dieser Branche tun kann, als eine nur wenig fokussierte Großmesse, die alles zeigen will, und deshalb doch nur weniges zu zeigen vermag. Auch die CeBIT wird diesen Weg gehen; früher oder später!

Die CeBIT 2009 ist vorbei. An dieser Stelle habe ich in fünf Posts einige sehr persönliche Schlussfolgerungen aus der diesjährigen CeBIT zur Diskussion gestellt: was können wir aus und von Hannover lernen? WIR, die wir IT-Veranstaltungen organisieren, uns an solchen beteiligen oder sie einfach nur besuchen.

Um folgende Themen ging es diese Woche in meinen fünf Posts zur CeBIT 2009:

Montag: Mut zur Reform statt zur Lücke

Dienstag: Die WebCiety – Hype oder Zukunft der IT-Messen?

Mittwoch: Green IT – ein alternativer Landfrauentag für Computer-Freaks?

Donnerstag: IT Security – Sicherheit nur noch für Spezialisten?

Freitag: Versuch einer Bilanz

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Meine CeBIT – Was wir aus und von Hannover lernen können / Teil 4: IT Security – Sicherheit nur noch für Spezialisten?

in Home, Messe & Marketing, discuss & discover - das Event von Michael Kausch am 12. März 2009

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Seltsames Hostessen-Outfit auf der Security World der CeBIT 2009 (Bild: CeBIT)

Fest in russischer Hand war die Security World zumindest am Mittwochabend, als Kaspersky auf seinem Stand zur legendären Russen-Disco aufrief. Überhaupt war der Retail-Antivirenkönig Kaspersky wohl mit dem größten Stand in der Halle vertreten, während klassische B2B-Unternehmen wie Sophos und Utimaco, die sich um Enterprise-Lösungen und integriertes Sicherheitsmanagement für den Mittelstand kümmern, aber auch der Branchenriese Computer Associates fehlten. Und hier zeigte sich ein weiteres Manko der diesjährigen CeBIT: noch immer ist die CeBIT ein gewaltig großer Treffpunkt der Branche und die Security World beeindruckte durch zahlreiche Aussteller und einen sehr guten Publikumszuspruch. Die Größe wird aber nicht zuletzt durch immer neue Themenbereiche garantiert, die integriert werden. So schoben sich die aufmerksamen Besucher an zahllosen Überwachungskameras und elektronischen Zugangskontrollsystemen vorbei.

Das alles konnte aber nicht darüber hinweg täuschen, dass dort, wo früher die Stände von Trend Micro, CA, Sophos, Kaspersky und McAfee in Flugentfernung handlesüblicher Grippeviren um die Besucher buhlten, in diesem Jahr Lücken klafften und mehrere Marktführer gar nicht, andere nur sehr reduziert Präsenz zeigten. Dass ausgerechnet B2B-orientierte Unternehmen fehlten, mag für die CeBIT besonders bedauerlich scheinen.

Leider ist es Fakt, dass immer mehr Sicherheitsanbieter sich auf Spezialmessen zurückziehen. Dass die it-sa nun in Nürnberg als Ein-Themen-Messe ihr Glück versucht, weist in die gleiche Richtung. An den Erfordernissen des Marktes aber geht dieser Trend völlig vorbei. Natürlich besuchen IT-Security-Verantwortliche, die sich auf dieses Thema konzentrieren können, gerne Spezialmessen und sparen sich so die Unübersichtlichkeit einer CeBIT. Aber das Thema IT-Sicherheit ist doch auch ein Thema für den Mittelstand. Und dort gibt es in aller Regel noch keinen eigenen Verantwortlichen für IT Security. Dort muss sich der IT-Leiter, der Geschäftsführer und – hoffentlich! – der Betriebsdatenschutzbeauftragte über neue Herausforderungen und Chancen für das Risikomanagement informieren. Der aber wird nicht eigens in die fränkische Bratwurstmetropole fahren, wenn er das Thema Sicherheit gemeinsam mit seinen anderen IT-Themen auch auf der CeBIT und der discuss & discover serviert bekommt. Gut wäre es freilich, wenn dann die wichtigen Marktführer wenigstens auch komplett vertreten wären.

Aber braucht es dafür fette Ausstellungsstände? Täten es nicht vielleicht auch kleine Lounges für die Diskussion mit den Kunden? Hier sind die Messeveranstalter gefordert. Gegen den Stand von Kaspersky wird ein Anbieter, der sich mit einer kleinen Fläche auf die B2B-Klientel konzentrieren will, immer schlecht aussehen. Ein einheitlicher Themenstand mit großzügiger Meeting Area aber würde dem mittelständischen Besucher in kurzer Zeit einen Komplettüberblick vermitteln und ihm die Chance geben mit dem Anbieter seines Vertrauens in Ruhe reden zu können. Ohne große Show-Effekte und ohne große Kosten für die Aussteller. Auch hier gilt: wenn die IT-Großmessen den Schrumpfungsprozess, in dem sie sich befinden, zur Konzentration auf das Wesentliche nutzen, braucht ihnen um ihre Zukunft nicht bange zu sein. Einer B2B-Messe wäre ein solches Konzept adäquat.

Die CeBIT 2009 ist vorbei. An dieser Stelle stelle ich in fünf Posts einige sehr persönliche Schlussfolgerungen aus der diesjährigen CeBIT zur Diskussion: was können wir aus und von Hannover lernen? WIR, die wir IT-Veranstaltungen organisieren, uns an solchen beteiligen oder sie einfach nur besuchen.

Um folgende Themen geht es diese Woche in meinen fünf Posts zur CeBIT 2009:

Montag: Mut zur Reform statt zur Lücke

Dienstag: Die WebCiety – Hype oder Zukunft der IT-Messen?

Mittwoch: Green IT – ein alternativer Landfrauentag für Computer-Freaks?

Donnerstag: IT Security – Sicherheit nur noch für Spezialisten?

Freitag: Versuch einer Bilanz

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Meine CeBIT – Was wir aus und von Hannover lernen können / Teil 3: Green IT – ein alternativer Landfrauentag für Computer-Freaks?

in Allgemeines, Home, Messe & Marketing, discuss & discover - das Event von Michael Kausch am 11. März 2009

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(Foto: CeBIT)

Aus dem Green IT Village der CeBIT 2008 wurde in diesem Jahr die Green IT World in Halle 8. Drunter macht man’s nicht in der niedersächsischen Metropolregion. Laut Ankündigung der CeBIT sollte es in der grünen Welt um Dinge gehen, wie Cloud Computing, mit dem man die Rechenleistungsbevorratung optimieren kann, um solarklimatisierte Rechenzentren, um eine Art Zylinderabschaltung für Mobilfunkmasten, um sparsame OLED-Bildschirme und und und. An der Aufzählung sieht man schnell, dass eine geeignete Begriffsdefintion vorausgesetzt, so ziemlich jede Innovation sich heute als grün darstellen lässt, denn es gibt immer noch etwas, was mehr Energie unsinniger verbraucht.

Wie aber schrieb die Deutsche Bank Research kurz vor der CeBIT so schön: “IT ist nicht grün und wird es niemals sein.”

Zitieren wir die Studie nach heise online: “Die ITK-Branche sei nicht nur für 2 Prozent der CO2-Emissionen weltweit verantwortlich (was den Emissionen in der Luftfahrt entspreche) sondern auch für eine enorme Zunahme des Stromverbrauchs. … In Rechenzentren würden die Ausgaben für Energie achtmal schneller als die Ausgaben für Hardware steigen, heißt es weiter. Bereits heute machten sie damit den Löwenanteil des IT-Budgets aus. Über den Energieverbrauch hinaus müssten zudem Posten wie der anfallende Elektroschrott oder die Verträglichkeit der bei der Produktion eingesetzten Materialien berücksichtigt werden. So kämen bei der Herstellung von IT-Hardware etwa toxische Substanzen wie Blei, Quecksilber, Kadmium oder Brom zum Einsatz, was eine spätere Wiederverwertung erschwere und zu weiteren Umweltbelastungen führe. Statt sich also von einem Green-IT-”Hype” blenden zu lassen, müsse das Thema gesamtwirtschaftlich betrachtet werden: “Green IT sollte nicht allein als Energiesparen bei der IT, sondern mehr noch als Energiesparen mit der IT verstanden werden.”

Da legen die Peanuts-Forscher der Deutschen Bank ihren Goldfinger aber genau auf die Wunden der Green IT World: nirgends war hier nämlich von gesamtgesellschaftlichen Energiebilanzen zu lesen. Die ganze Ausstellung vereinfachte das Thema auf das Sparpotential neuer und im Vergleich zu ihren ältlichen Vorgängermodellen ressourcenschonender Geräte und zeigte einige regionale Energiesparprogramme auf. Die ganze Ausstellung war großzügig in die Fläche geplant und mit gelehrigen Schrifttafeln und Wandzeitungen zumöbliert. Auf der ganzen Ausstellung gab es kaum Interaktion und Kommunikation, schon gar keine Emotion. Die Schaubilder trafen ziemlich genau das emotionale Niveau von Tapeziertischständen regionaler Landfrauentagungen und Leistungsschauen niedersächsischer Landkreis-Ökonomien.

Green IT ist vermutlich gar kein Ausstellungsthema, sondern ein Kommunikationsthema. Man kann über die ökologische Relevanz moderner IT trefflich auf Symposien streiten und die Vorteile IT-gestützter dezentraler Arbeitsformen und flexibler Geschäftsprozesse in Meetingräumen und Lounges an Best Practice-Beispielen erläutern. Aber man kann als Messe-Veranstalter mit diesem Thema keine “Fläche” machen; jedenfalls keine, die anziehend und nützlich für die Besucher ist. Und so bildeten die 2.000 Quadratmeter der Green IT World am ehesten noch eine Erholungsfläche mit viel Luft und Raum für müde Messebesucher.

Ganz anders das hervorragende Vortragsprogramm der CeBIT zum selben Thema: unterstützt von BITKOM, Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt gab es jeden Tag eine ganze Reihe hervorragender Vorträge zum Thema. Alle Vorträge waren kostenlos direkt im Ausstellungsbereich zu besuchen.

Was folgern wir daraus? Die Messegesellschaften müssen einerseits ihren Fokus auf den Vertrieb von Hallenfläche einschränken und andererseits Businessmodelle entwickeln, mit denen man auch mit öffentlichen Vorträgen als Veranstalter Geld verdienen kann. Dies wird auch die Herausforderung für die discuss & discover im kommenden Oktober in München sein: die Integration hochwertiger Vorträge in den Ausstellungsbereich; ergänzt um angenehme Facilities zur Diskussion mit Experten. Dabei muss, was gut und wertvoll ist, nicht unbedingt kostenfrei sein. Aber langweilige Ansammlungen von Wandzeitungen sollten uns erspart bleiben.

Die CeBIT 2009 ist vorbei. An dieser Stelle stelle ich in fünf Posts einige sehr persönliche Schlussfolgerungen aus der diesjährigen CeBIT zur Diskussion: was können wir aus und von Hannover lernen? WIR, die wir IT-Veranstaltungen organisieren, uns an solchen beteiligen oder sie einfach nur besuchen.

Um folgende Themen geht es diese Woche in meinen fünf Posts zur CeBIT 2009:

Montag: Mut zur Reform statt zur Lücke

Dienstag: Die WebCiety – Hype oder Zukunft der IT-Messen?

Mittwoch: Green IT – ein alternativer Landfrauentag für Computer-Freaks?

Donnerstag: IT Security – Sicherheit nur noch für Spezialisten?

Freitag: Versuch einer Bilanz

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Meine CeBIT – Was wir aus und von Hannover lernen können / Teil 2: Die WebCiety – Hype oder Zukunft der IT-Messen?

in Allgemeines, Home, Messe & Marketing von Michael Kausch am 10. März 2009

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Sascha Lobo mit Intel-Chairman Craig Barrett auf der WebCiety (Photo: CeBIT)

Die CeBIT 2009 ist vorbei. An dieser Stelle möchte ich in fünf Posts einige sehr persönliche Schlussfolgerungen aus der diesjährigen CeBIT zur Diskussion stellen: was können wir aus und von Hannover lernen? WIR, die wir IT-Veranstaltungen organisieren, uns an solchen beteiligen oder sie einfach nur besuchen.

Die WebCiety war sicherlich ein sehr starkes und überzeugendes Konzept der CeBIT 2009. Die umfangreichen Marketingaktivitäten des Veranstalters taten ein Übriges, dass wohl nirgendwo auf der Messe eine höhe Kamera-Dichte zu messen war, als ausgerechnet hier im hintersten Eck der Halle 6.

In tiefschwarzen sechseckigen sogenannten “Homebases” versammelten sich Aussteller wie Communardo, EyeT, Hallo Welt!, I-D Media, Impossible Software und Sapient. Vor allem aber bot die Bühne der WebCiety zahlreiche und überwiegend sehr interessante Diskussionen. Am Freitag fand gar die re:publica hier statt. So konnte man in der Tat unzählige interessante Menschen auf engstem Raum treffen; vor allem natürlich fast alle Adabeis der deutschen und internationalen Weblog-Szene, von Sascha Lobo (der mit der roten Bürste auf dem Kopf) bis zu zu den spreeblickern, aber immer wieder auch in edle Stoffe gewandte Menschen aus Unternehmen, die sich hier schlau zu machen suchten über die seltsamen Dinge, die da im Web 2.0, 3.0 und sonstnochwo auf uns zukommen.

Und genau hier liegt meines Erachtens der Schlüssel zum Erfolg der Münchner discuss & discover im Oktober diesen Jahres. Die Hannoveraner WebCiety stand unter dem Motto “Internet ist coming home”. Hier gab sich die Szene der Blogger und Twitterer ein Stelldichein. Das Münchner B2B-Event kann und muss aber das “Enterprise 2.0” für sich entdecken. Eine “WebCiety”, die sich dem Austausch der Avantgarde der Szene mit den Entrepreneurs aus den Unternehmen verschreibt, kann von Hannover viel lernen und muss freilich über das, was in Hannover geboten wurde, weit hinausgehen.

Es ist zu zeigen, wie Firmen-Wikis das Wissensmanagement im Unternehmen und wie Corporate Blogs die Mitarbeiter- und Kundenkommunikation verändern werden. Das Web 2.0 als Medium der Information Worker muss das Thema der discuss & discover sein. Der gruftig-schwarze Charakter der WebCiety dient dieser Kommunikation sicherlich nicht. Nicht alles was schwarz trägt, ist auch Design! Vor allem aber müsste München etwas bieten, was ich in Hannover schmerzlich vermisst habe: innovative Tools zum Match Making zwischen den Vertretern der verschiedenen Welten. Die Konfrontation von Craig Barrett mit Sascha Lobo war ja eher die Ausnahme. Es braucht aber Orientierungshilfen für moderne Kommunikationsprofis aus etablierten Uuternehmen, wie sie die passenden Dienstleister und Berater aus der Web 2.0-Ära finden und treffen können. Es braucht verstärkt Best Practice-Beispiele zum Thema Enterprise 2.0. Es braucht vernünftige Meeting Lounges statt der furchbar ungemütlichen Kaffee-Ecken in Hannover. Und es braucht eine Integration von etablierten Unternehmen wie Oracle und Microsoft in das, was in München an die Stelle der WebCiety treten kann. Dann wäre die WebCiety ein Vorbild für die Zukunft der discuss & discover; ein Vorbild, das man freilich rasch übertreffen muss (und kann).

Um folgende Themen geht es diese Woche in meinen fünf Posts zur CeBIT 2009:

Montag: Mut zur Reform statt zur Lücke

Dienstag: Die WebCiety – Hype oder Zukunft der IT-Messen?

Mittwoch: Green IT – ein alternativer Landfrauentag für Computer-Freaks?

Donnerstag: IT Security – Sicherheit nur noch für Spezialisten?

Freitag: Versuch einer Bilanz

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Meine CeBIT – Was wir aus und von Hannover lernen können / Teil 1: Mut zur Reform statt zur Lücke

in Allgemeines, Home, Messe & Marketing von Michael Kausch am 09. März 2009

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Nun ist sie also vorbei, die CeBIT 2009. Und sie hat uns genau das gezeigt, was wir alle erwartet haben: Rückläufige Ausstellerzahlen, rückläufige Besucherzahlen, positive Stimmungsberichte von Ausstellern und – selbstverständlich – positive Stellungnahmen der Veranstalter in den üblichen Presseverlautbarungen.

Für mich war es die zweiundzwanzigste CeBIT in Folge. Und ich möchte keine missen, weder die früheren, noch die diesjährige. Deshalb möchte ich in den kommenden fünf Tagen einige sehr persönliche Schlussfolgerungen  aus der diesjährigen CeBIT zur Diskussion stellen: was können wir aus und von Hannover lernen? WIR, die wir IT-Veranstaltungen organisieren, uns an solchen beteiligen oder sie einfach nur besuchen.

Um folgende Themen soll es heute und in den kommenden vier Tagen gehen:

Montag: Mut zur Reform statt zur Lücke

Dienstag: Die WebCiety – Hype oder Zukunft der IT-Messen?

Mittwoch: Green IT – ein alternativer Landfrauentag für Computer-Freaks?

Donnerstag: IT Security – Sicherheit nur noch für Spezialisten?

Freitag: Versuch einer Bilanz

Dann fangen wir mal ganz vorne an …

Wenn man die Medienvorberichterstattung in den letzten Wochen verfolgt hat, konnte man glauben, die diesjährige CeBIT würde nur aus einer gigantischen WebCiety, dem alles beherrschenden Thema Green IT und einigen todschicken neuen mobilen Endgeräten bestehen. Ach ja: und natürlich aus dem großen Terminator, dem California Cyborg und seiner neuen Liebe Cinderella Angie.

Weit gefehlt: Die CeBIT war natürlich auch in diesem Jahr der Bauchladen der Branche: von einer recht ordentlichen eHealth Area über einen Basar mit bunten Handytaschen, einer kleinen Foto-Ecke (mit wunderschöner kleiner Fotoausstellung), einer Telekom(munikations)halle, bei der sich die Deutsche Telekom fast wie zu alten Fernmeldeamtszeiten recht alleine breit machen durfte, über eGovernment, Finance (denen scheint es wirklich schlecht zu gehen), Hardware, Netzwerke bis zu ERP/BRM/CRM/BM/etc war alles vertreten, was heutzutage mit Computern arbeitet. Und genau das erscheint mir heute als Problem: die CeBIT ist nicht zu klein, sondern sie ist zu groß! Zu groß, um die wirklich wichtigen Trends und Tendenzen, die wirklich spannenden Innovationen zu finden.

Sie ist groß, weil IT heute längst eine Querschnitttechnologie geworden ist, und sie in ihrem Drang nach Komplettheit kein Thema ausgelassen hat. Wenn die CeBIT 2009 nochmals rund 25 Prozent Aussteller verloren hat, dann diente dies leider nicht der Fokussierung. Es sind alle Bereiche der ITK vertreten, aber keiner ist mehr komplett: die Netzwerktechnik ohne den Marktführer Cisco, die Software ohne Oracle, Adobe und Lotus, die IT-Sicherheit ohne Computer Associates, Sophos und Utimaco, die Hardware (fast) ohne Hewlett-Packard, Apple und Sony. Die Funktion einer kompletten Marktübersicht kann die CeBIT also nicht mehr bieten. Dafür ist sie zu klein. Aber für die Funktion auf Trends hinzuweisen ist sie zu groß. Wer schon weiß was er sucht, ist auf der CeBIT gut dran. Aber wer die Branche und ihre Bedeutung für unseren Alltag im Jahr 2009 kennenlernen will, der geht auf 200.000 Quadratmeter verloren.

Das Ganze wird noch dadurch verschlimmert, dass sich das Gelände der CeBIT heute der Verkleinerung der Messe ebenso erfolgreich widersetzt, wie vor Jahren ihrer ständigen Expansion: Um die West-Eingänge mit den modernen Hallen 25, 12 und 13 halten zu können blieben große Bereiche des zentralen Hallenkomplexes 14 bis 18 leer. Das aber sind die zentral gelegenen Hallen. Diese “Entkernung” der CeBIT hat zur Folge, dass man weite Wege gehen muss, bei Regen nicht mehr durch die Hallen gehen kann, weil dort die Eingänge versperrt sind und dass trotzdem noch zum Beispiel in Halle 15 gigantische kahle Weideflächen für Würstelesser entstehen, an deren Peripherie viele traurige Koreaner ihre OEM-Bleche im Wesentlichen untereinander und unter Ausschluss der Öffentlichkeit begutachten dürfen.

Der Bereich Forschung und Wissenschaft bildet in Halle 9 wie seit Jahren schon sein eigenes kleines Reich; als hätte er mit der Wirklichkeit unseres Wirtschaftslebens nichts zu tun. Warum werden die interessanten und innovativen Forschungsprojekte nicht ihren Themen zugeordnet? Wer sucht die 3D-Monitore von Fraunhofer im future parc, wenn sie ihren wichtigsten Einsatzort doch gerade in Pilotprojekten im Bereich eHealth finden? Hier hält das Festhalten an alten Traditionen eine sinnvolle Zuordnung nach großen Themen auf. In Halle 9 findet man übrigens auch eine tolle professionelle Anwendung für Microsoft Virtual Earth. Aber wer sucht sie da?

Ich denke, den Anspruch die ganze Branche abzubilden, muss sich die CeBIT abschminken. Sie versammelt aber noch immer tolle Innovationen, hervorragende Redner und neuerdings auch vermehrt interessante Debatten. Der Anspruch die ganze Branche abbilden zu wollen, verhindert aber eine stärkere Themenorientierung, eine vernünftige Fokussierung auf große Trends und Themen, eine bessere Übersichtlichkeit, ein vernünftiges didaktisches Konzept, mit dem einer breiten Öffentlichkeit die Bedeutung der ITK-Branche ermittelt werden könnte. Und auch der Fachbesucher wird nur glücklich, wenn er schon vorher weiß, wen er besuchen will. Und wenn er nicht wegen der Hallenschließungen im Regen stehen bleibt.

Ich wünsche der CeBIT mehr Mut zur Fokussierung, zur gezielten Verkleinerung, zum Experiment. Dass das gut gehen kann, hat der Erfolg der WebCiety ja gezeigt. Doch dazu morgen mehr.

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"Ich möchte gerne einen Computer haben, in den ich reinsprechen kann"

in Allgemeines, Home, Messe & Marketing von Michael Kausch am 27. Februar 2009

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Rechtzeitig zum CeBIT-Beginn präsentiert Deutschlands erstes Computermagazin CHIP eine nette Online-Serie zur Geschichte der Hannoverschen ITK-Messe. So berichtet das Blatt unter den CeBIT Trends 1999 vom Auftritt von Damals-Kanzlers Gerhard Schröder: ‘Ich möchte gerne einen Computer haben, in den ich reinsprechen kann’, verkündet der Kanzler bei einem Rundgang über die Messe. Ein Wunsch, den verschiedene Programme erfüllen wollen, allerdings bleibt der erhoffte Erfolg der Sprachsteuerung auch in den nächsten Jahren aus.” Zehn Jahre zuvor stellte Kanzler Kohl den neuen Service ISDN auf der CeBIT vor. Mal gucken, was Angie dieses Jahr mit Schwarzenegger treibt …

Für mich ist das in diesem Jahr die zweiundzwanzigste CeBIT in Folge. Die kleine CHIP-Serie lässt viele alte Helden noch einmal Revue passieren. Erinnern macht Spaß. Und bei allen Negativmeldungen rund um die diesjährige CeBIT, um den Ausstellerrückgang und um freie Hotelzimmer: ich bin mir sicher, dass es auch in diesem Jahr wieder interessante Dinge zu sehen geben wird: Netbooks, die so klein sind, dass sie in der Hosentasche von Kanzler Birne glatt verschwunden wären, Handys, mit denen man nicht nur fotografieren, Musik hören, komponieren, mailen, kalendern, sondern auch vernünftig telefonieren kann, Green IT-Rechner ohne grüne RTL-Taste (erinnert sich noch jemand an grüne RTL-Tasten?), …

Ich will mir ein Jahr ohne CeBIT nicht vorstellen. Nicht nur, weil die Messe das Jahr so schön strukturiert (nach der CeBIT kommen immer die Winterreifen runter!), sondern vor allem weil man dort viele interessante Menschen aus München trifft. Und bis zur discuss & discover ist es halt noch so lange hin …

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Kaum zu glauben: 700 interessante Punkte in Hannover

in Allgemeines, Home, Messe & Marketing von Michael Kausch am 27. Februar 2009

cityguide

Kommende Woche geht es nach Hannover. It’s CeBIT time. Falls Sie noch nicht wissen, wo Sie die Abende verbringen wollen: vielleicht hilft Ihnen ja der CityGuide Hannover von iheads. Mehr als 700 Points of Interest (POIs), darunter 400 Restaurants und Kneipen, aber auch die Herrenhäuser Gärten, die Oper und andere Highlights der Niedersachsen-Metropole listet diese kleine iPhone- und iPod-Anwendung auf. Laut BasicThinking soll der Führer ab 2. März im iTunes-Shop erhältlich sein. Und das Beste: während der CeBIT gibts das Teil kostenlos (danach 4 Euro).

Nichts gegen Hannover – aber wetten, dass es auf der CeBIT mehr als 700 POIs gibt?

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