von Dr. Matthias Rosche (Direktor Consulting Central Europa, Integralis GmbH)
Mit der Zunahme verschiedener Security-Komponenten auf den Endgeräten werden Aspekte wie zentrales Client Management, Konsolidierung der Sicherheitssoftware und TCO wichtiger. Einige Hersteller versprechen dafür „totale” oder „komplette” Sicherheitslösungen. Was ist davon zu halten und worauf sollte man achten?
Virenscanner alleine reicht nicht
Lange Zeit gab es genau ein Security-Produkt, das als Basisschutz angesehen wurde – der Virenscanner. Mit der wachsenden Bedrohung kamen immer neue Sicherheitsprodukte hinzu: Festplattenverschlüsselung, Personal Firewall/IPS oder Schnittstellenkontrolle, zum Teil ergänzt um weitere Lösungen wie VPN Client, NAC Client oder ein DLP System.
Trend zur Komplettlösung
Und wie lässt sich bei dieser Vielfalt von Sicherheitsprodukten auf dem Client noch sinnvoll arbeiten? Performance-Probleme und regelmäßig auftretende Bluescreens durch nicht aufeinander abgestimmte Lösungen behindern das Tagesgeschäft massiv.
Die Anbieter von Sicherheitslösungen bieten dafür komplette Suiten an. In der Theorie klingen die Versprechungen der Hersteller natürlich sehr gut: Kompatibilitätsprobleme sollen durch umfangreiche Tests der Hersteller und Abstimmung zwischen den einzelnen Modulen ausgeschlossen werden. Auch Performance soll kein Thema mehr sein. Inwieweit werden diese Versprechungen allerdings in der Praxis eingehalten? Wer sich etwas mit der Historie der einzelnen Komplettlösungen befasst, kann die Frage fast schon selber beantworten.
Übernahmen in der IT-Security
Anbieter von kompletten Endpoint Security Suiten wie beispielsweise Checkpoint, Sophos und McAfee erweitern ihre Kernkompetenzen durch zahlreiche Übernahmen.
Doch die versprochenen Vorteile können nach einem Aufkauf noch nicht alle umgesetzt sein. Während Sophos mit der Integration von Utimaco wahrscheinlich erst im Laufe des Jahres beginnen wird, ist McAfee hier schon einen Schritt weiter und bietet zumindest eine zentrale Softwareverteilung über einen einheitlichen Installer. Am weitesten ist momentan Checkpoint, die seit Mitte August einen einheitlichen Client mit einem Installer und mit einer Oberfläche für den Endanwender bieten.
Es stellt sich somit die Frage, ob die angekündigten Suiten kurz- bis mittelfristig die richtige Lösung bieten oder, ob mit einem gemischten Best-of-Breed-Ansatz bessere Ergebnisse erzielt werden können.
In Zukunft Clients sichern!
Fakt ist: Die wachsende Bedrohung erfordert eine steigende Anzahl von Sicherheitsmaßnahmen am Client. Einzelne Pakete werden sich auf Dauer nicht sinnvoll betreiben lassen können. Wir raten dazu, sich heute mit den Einschränkungen der Suiten vertraut zu machen sowie die – finanziellen und technischen – Vorteile mitzunehmen.
Auch wenn die Hersteller ihre Systeme als Komplettpakete bezeichnen, sollte jedem klar sein, dass damit nur ein kleiner, wenn auch wichtiger, Schritt in Richtung sicherem Client getan ist.
Nachhilfe nötig bei Authentifizierung und Training
Keiner der Hersteller bietet heute eine sinnvolle Authentifizierungslösung sowie ein Training der Endanwender. Aber eine sichere Authentifizierung ist die Basis für fast alle Sicherheitslösungen auf einem Client.
Werden Endpoint Security-Suiten sinnvoll eingesetzt, d.h. mit einer Authentifzierungslösung sowie einer Endanwendersensibilisierung kombiniert mit einem Training, kann bereits das beste Verhältnis von Sicherheit zu Aufwand erreicht werden. Bei NAC und DLP Lösungen kommt es auf ein stimmiges Gesamtkonzept an, das auch Gateway und Netzwerk berücksichtigt.
Wir demonstrieren gerne den aktuellen Stand der Systeme mit Hilfe des Integralis Solution Campus bei unseren Kundenveranstaltungen (http://www.integralis.de) und auf der discuss & discover (http://blog.discuss-discover.com). Hier zeigen wir Ihnen auch, welche Vor- aber auch Nachteile ein Umstieg auf eine Security Suite gegenüber einem Best-of-Breed-Ansatz bringt.
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