Messen spielen Krisensignale herunter
Das Handelsblatt schrieb das deutsche Messewesen unter dem Titel “Messen spielen Krisensignale herunter” einmal mehr in die Krise.
Leitmessen bilden zunächst einmal den Markt ab – in guten wie in schwierigen Zeiten. In der persönlichen Begegnung der Vertreter einer Branche auf internationalen Messen, also in der intensiven Diskussion miteinander, werden Wege aus der Krise erörtert. Dadurch wird eine gemeinsame Orientierung geschaffen und Orientierung ist die Basis für Zuversicht.
Das gegenwärtige Problem besteht ja nicht darin, dass Krisensignale heruntergespielt werden (im Ausland wird uns diese Eigenschaft auch nicht wirklich nachgesagt). Das Problem liegt vielmehr darin, dass jedes negative Signal -zigfach verstärkt wird. Wir stecken in einer Vertrauenskrise. Die Zuversicht ist uns abhanden gekommen.
Richtig: manche Messen müssen einen signifikanten Umsatzrückgang verkraften, andere Messen sind stabil oder wieder andere verfügen gar noch über eine Warteliste. Es hängt ab von der Region, der Branche und der Position der jedweiligen Messe im Wettbewerb. Marktführerschaft schützt – gerade in Zeiten, in denen Marketing-Budgets sehr kritisch geprüft werden. Marktführerschaft müssen wir uns aber erarbeiten, immer wieder aufs Neue: im Produkt, in den Services, im Vertrieb und in der Kommunikation. Wir arbeiten mit Zuversicht an neuen Veranstaltungskonzepten. Jetzt! Denn in Krisenzeiten werden Marktanteile neu verteilt.
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Zugegeben, das Phrasenschwein verdient gut daran, wenn es wieder einmal heißt, jede Krise ist auch eine Chance. Richtiger wäre es ja zu sagen: Chancen gibt es immer und überall. Nur verkleben anscheinend (zu) gute Zeiten die Sicht darauf. Und vor allem fehlt der Druck. Es ist ja so bequem sich auf Lorbeeren (?) auszuruhen.
Das Problem ist unser Begriff von Bequemlichkeit. Der meint doch immer nur, dass man sich auf längst durchgesessene Kissen ein weiteres Mal setzt und meint, das wäre angenehm.
Was wäre, wenn wir Bequemlichkeit folgendermaßen definieren würden: bequem ist es, immer neue Ideen zu haben und diese mutig auszuprobieren. Ider: bequem ist es, immer wieder neue Kissen zu erfinden – und alte mindestens mal heftig aufzuschütteln.
Richtig ist, dass die jetztige Krise auch eine Medienhysterie ist – und zwar eine ausgewachsene. Aber man muss ja direkt dankbar dafür sein, weil sie so viele Menschen – und sogar Manager – gleichzeitig aus dem Schlaf reißt.
Staunen darf man, wenn es dann immer noch Business-Verantwortliche gibt, die das nicht sehen wollen/können.